Inklusion vor Ort: Jürgen Dusel in Rheinland-Pfalz (3. April)

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Im Rahmen einer Inklusionstour besuchte der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel gemeinsam mit dem Landesbehindertenbeauftragten Matthias Rösch das ZSL Bad Kreuznach, die gleichzeitig auch eine EUTB-Stelle ist. Es wurden gute Beispiele in Rheinland-Pfalz besucht, wie das Hambacher Schloss in Neustadt a.W. bezüglich Barrierefreiheit, Inklusionsbetrieb Gartenschau Kaiserslautern und Besuch der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung im ZSL Bad Kreuznach. Zu Beginn des Besuchs befanden wir uns im Naheraum, den wir dankenswerterweise nutzen durften. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe unserer Beratungsstelle in der Nahepassage. Geladen waren neben Jürgen Dusel und Matthias Rösch auch Landrätin Bettina Dickes, Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und die lokale Presse. Anita Ferres (Vorstandsmitglied des ZSLs) berichtete über ihren Auszug und ihren Erfahrungen aus einer Wohneinrichtung. Im Anschluss dessen berichtete Markus Igel von seinem aktuellen Fall, indem er mit seinem Kostenträger seit Jahren im Streit ist, aufgrund seiner Kosten für sein Arbeitgebermodell (wir berichteten bereits).
Weiteres Diskussionsthema war Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen Beeinträchtigung. Jürgen Dusel berichtete, dass deutschlandweit 43.000 Firmen keinen Menschen mit Beeinträchtigung eingestellt haben und hier im Besonderen die Ausgleichsabgabe unbedingt für die Firmen erhöht werden muss. Zur Erklärung: Die Ausgleichsabgabe müssen Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitnehmern. Sie richtet sich nach der Beschäftigungsquote und hat eine Höhe von max. 320€ pro Monat. Viele Arbeitgeber bezahlen lieber die Ausgleichsabgabe, als einen Menschen mit Beeinträchtigung einzustellen, weil sich hartnäckig das Klischee hält: „Einen Menschen mit Beeinträchtigung werde ich nicht mehr los.“ Deswegen muss unbedingt und so schnell wie möglich die Ausgleichsabgabe erhöht werden, um Anreize zu schaffen. Hier betonte Jürgen Dusel die Wichtigkeit das Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen lernen, denn er sei sich sicher das Mitschüler seines Abiturabgangs später bei Personaleinstellungen auch Menschen mit Beeinträchtigung einstellen, da sie sich konkret jemanden vorstellen könnten.

Die OB berichtete über das Projekt der Stadt kh huerdenlos wo Schüler der berufsbildenden Schule Gebäude und Orte ausmessen und diese auf der Seite der Stadt als barrierefrei oder nicht deklarieren. Das ZSL hat hier die Schirmherrschaft und erhofft sich dadurch Nachahmer, bzw. Nacheiferer. Auch hier sind die Schüler zumindest einen Tag im Monat mit dieser Thematik beschäftigt und werden sicherlich als die Bauzeichner von Morgen die Belange von mobilitätseingeschränkten Menschen berücksichtigen. Auch Frau Dickes, als Landrätin ging auf das Thema des gemeinsamen Lernens ein und appellierte an das Land, dass der Kreis mehr Gelder bräuchte für inklusive Schulen. Im Anschluss an die Diskussionsrunde im Naheraum gingen wir zur ZSL Beratungsstelle, wo Herr Molter vom Abrechnungsservice berichtete. Im Nebenraum findet hauptsächlich die Beratung statt für das ZSL und im Besonderen jetzt für die EUTB. Irene Alberti, unsere hauptamtliche Beraterin berichtete über die Zahlen der EUTB. Herr Dusel lobte unsere Arbeit in der EUTB und im ZSL und betonte die Wichtigkeit einer Verstetigung der EUTB – Förderung.

Text, Bericht und Fotos von Stephanie Otto und Cindy Daví

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